Am Freitag Nachmittag des letzten Juniwochenendes trafen sich um 16 Uhr über 20 junge Schwimmerinnen und Schwimmer zwischen zehn und 14 Jahren an der Stolberger Schwimmhalle um zu einem erlebnisreichen Wochenende ins Eifelörtchen Nideggen aufzubrechen.
In Fahrgemeinschaften machten wir uns auf den Weg und erreichten nach kurzer Fahrt unser Ziel, die modern ausgebaute Jugendherberge am Ortsrand von Nideggen. Die Zimmer waren schnell bezogen und so erkundeten die jungen Wassersportler schon bald die Umgebung. Nach dem Abendessen im großen Speisesaal traten im Gruppenraum vier Teams gegeneinander an und ermittelten in einem spannenden Wettstreit in zahlreichen Denk- und Sportherausforderung die finalen Sieger.
Die Nachtruhe kehrte erst spät ein, dennoch hieß es am nächsten Morgen früh aufstehen, frühstücken und Lunchpakete packen, denn bereits um 10 Uhr brachen wir auf zum Heimbacher Staubecken, wo die Kanutour starten sollte.
Zunächst mussten wir über einen steilen Pfad durch den Wald nach Brück absteigen, wo wir kurz darauf den Bahnsteig erreichten. Nach einigen Minuten Wartezeit traf auch schon der Zug ein, der uns in wenigen Minuten Fahrzeit nach Heimbach brachte. Dort brachen wir bei strahlendem Sonnenschein zu einer einstündigen Wanderung auf, die uns zunächst an der Rur vorbei und später am Heimbacher Staubecken entlang führte. Am Wasserkraftwerk erwartete uns bereits ein Mitarbeiter der Kanuschule, der uns zu der Stelle begleitete, an der wir später ‚in See stechen’ sollten.
Vor Beginn der Kanueinweisungen stärkten sich die jungen Kanuten noch mit den mitgebrachten Lunchpaketen, danach folgten erste Instruktionen von Kanulehrer Wolfgang. Erst nachdem für jedes der fünf Kanadierboote Kapitäne und Kapitäninnen sowie Steuermänner und –frauen festgelegt waren, begann man zunächst mit einer halbstündigen Trockenübung. Als schließlich jede/r die geforderten Paddel- und Lenkbewegungen zu Wolfgangs Zufriedenkeit ausführen konnte, durften die Kanadier zum Ufer getragen werden. Nach und nach stiegen die eifrigen Paddler ein und kurz darauf waren alle fünf Boote auf dem See. Um die nötige Wassersicherheit zu gewinnen wurden noch einige Runden im Kreis gefahren, bevor man sich schließlich in Richtung Staumauer aufmachte.
Nachdem der Kanulehrer noch einmal darauf aufmerksam gemacht hatte, dass die Temperatur des Wassers im Staubecken nur bei 8°C bis 10°C liegt, war jedem klar, dass nur Deppen ihr Boot zum Kentern bringen würden. Über die zweieinhalb stündige Fahrt gewannen wir die Erkenntnis, dass sich unter unseren fünf Booten kein Deppenboot befand, so dass schlussendlich alle wieder trockenen Fußes an Land kamen.
Viel besser noch, unsere 23 Kanuten stellten besondere Geschicklichkeit unter Beweis, indem sie angeleitet von Kanulehrer Wolfgang mitten auf dem Staubecken alle fünf Boote nebeneinander „parkten“, nach und nach alle aufstanden oder von einem Boot zum anderen Plätze tauschten. Am Ende der Fahrt bereitete auch das Umschiffen von Hindernissen und das Fahren einer „8“ um im Wasser befindliche Steinblöcke den Kanuprofis des SSV kaum noch Probleme.
Wieder an Land angekommen, machten sich bei der Vereinsjugend doch erste Ermüdungserscheinungen breit. Nachdem die Reste aus den Lunchpaketen vertilgt waren, nahmen wir den Rückweg in Angriff. Die erneute einstündige Wanderung zurück nach Heimbach zehrte an den Kräften, so dass alle froh waren, als man schließlich den Bahnhof erreichte. Der Zug brachte uns zurück nach Brück, von wo aus die Betreuer einen Fahrservice nach Nideggen einrichteten, um den erschöpften Teinehmerinnen und Teilnehmern nach den schon absolvierten sportlichen Herausforderungen des Tages den steilen Aufstieg zurück zur Herberge zu ersparen.
Das schöne Wetter lud zum Grillen ein, so dass wir den erlebnisreichen Kanutag bei knusprigem Fleisch und diversen Salaten im abendlichen Sonnenschein vor der jugendherbergseigenen Grillhütte ausklingen lassen konnten.
Am Abend blieb noch Zeit und erstaunlicher Weise auch genügend Kraft, den ebenfalls in der Jugendherberge untergebrachten, gleichaltrigen Fußballteams zu beweisen, dass auch Wassersportler hervorragende mannschaftssportliche Erfolge im Fußballspielen auf dem Kunstrasenplatz erzielen.
Nach einer kurzen Nacht mussten am nächsten Morgen die Zimmer geräumt und gesäubert werden, bevor man sich wieder sportlichen Aktivitäten rund um die Jugendherberge widmen konnte. Noch einmal stärkten sich alle beim abschließenden Mittagessen, als auch kurze Zeit später schon die Eltern eintrudelten, um ihre Sprößlinge erschöpft aber glücklich in Empfang zu nehmen.
Einen lieben Dank an Anita, Volker und Christian Amelong sowie Katrin Vankann und Florian Prick für ihre Unterstützung und ihren flexiblen Einsatz als Betreuer!!
Stephie Preetz

Fotos vom Kanu-WE Nideggen 2012