Trainerin des Monats März: Lotte Amelong

Betrachtet man die fast 100-jährige Geschichte unseres Vereins näher, so kommt man um die Namen Lotte und Manfred Amelong nicht umhin. Kaum jemand hat sich vergleichbar über Jahrzehnte hinweg ehrenamtlich engagiert und sein Leben nach den Bedürfnissen der Vereinsschützlinge ausgerichtet. Ohne Übertreibung kann man deshalb sagen, dass die beiden, auch wenn sie sich inzwischen aus der offiziellen Vorstandsarbeit zurückgezogen haben, ein großes und entscheidendes Stück Vereinsgeschichte mitgeschrieben haben. Noch immer bei fast jedem Training präsent, merkt man beiden an, dass viel Herzblut in ihrer Arbeit steckt, die sie noch immer mit Freude und großem Engagement leisten, so dass sie es nicht fertig bringen, alle Fäden komplett aus der Hand zu geben.

Dementsprechend findet man Lotte Amelong, die am 29. März 1939 als Lieselotte Meuthen in Stolberg geboren wurde, noch immer nahezu ausnahmslos jeden Montag Nachmittag pünktlich zu Beginn des Breitensports am Nichtschwimmerbecken, wo sie im Laufe der Jahre schon unzähligen Knirpse auf dem Weg von den ersten Schwimmbewegungen bis zum sicheren Schwimmen im großen Becken begleitet hat. Bereits seit 1970 agiert sie als Trainerin im Verein und von 1974 bis 2005 war sie die hauptverantwortliche Trainerin der Nichtschwimmerausbildung. Genau in diesem Bereich ist sie auch heute noch tätig und in ihrer Obhut erlernen die Kinder, die gerade in einem der Nichtschwimmerkurse das Seepferdchen erlangt haben, eine sicherere Wasserlage zu erreichen. Außerdem werden Startsprünge und erste Züge auf dem Rücken trainiert, um den jungen Schwimmerinnen und Schwimmern den Wechsel auf die erste Bahn im großen Becken zu erleichtern. Von 1978 bis 2005 belegte sie den Posten der Breitensportwartin des Stolberger Schwimmvereins und war zudem acht Jahre lang die erste Breitensportwartin im Bezirksvorstand des WSV Bezirk Aachen.

Ungeachtet dessen, dass Lotte Amelong Ende diesen Monats ihren 70. Geburtstag feiert, verbringt sie noch immer sechs Stunden pro Woche in der Schwimmhalle und zögert keinen Moment, den Kindern den adäquaten Startsprung oder die ein oder andere Schwimmbewegung selbst im Wasser zu demonstrieren. Kein Wunder, war sie doch selbst in jüngeren Jahren eine aktive Wettkampfschwimmerin, die über Jahre hinweg viele Erfolge für den Verein erschwamm. Seit 1949 Mitglied des Stolberger Schwimmverein 1910 e.V. erzielte sie zahlreiche Erfolge bei den Bezirksmeisterschaften. Auch als Seniorin startete sie bei den Seniorenmeisterschaften der Stadt Stolberg, im Bezirk Aachen und holte dort erste Plätze.

Hervorzuheben ist auch die Teilnahme bei den Mastermeisterschaften des WSV in Dienstlaken, wo sie über 50 m Kraul in ihrer Altersklasse den 3.Platz belegte.
Besonders stolz ist Lotte darauf, dass sie auch ihre drei Söhne Hans-Günther, Volker und Ansas, die alle drei mit dem Verein aufgewachsen sind, dauerhaft für den Schwimmsport begeistern konnte. Bis heute sind alle drei noch im Wasserball aktiv und mittlerweile treten sogar die beiden acht- und sechsjährigen Enkelinnen Lisa und Tina bereits in die Fußstapfen ihrer Oma und ihres Papas und bestreiten erfolgreich ihre ersten Wettkämpfe. Auch der jüngste Enkel Aidan findet mit gerade 1 ½ Jahren schon längst gefallen am Plantschen im kühlen Nass.

Trifft man Lotte einmal nicht wie gewohnt am Beckenrand an, so kann es dafür eigentlich nur zwei Gründe geben: Sie besucht ihren Sohn Ansas und seine Familie in Nürnberg oder sie ist zusammen mit Manfred für sechs Wochen dem winterlichen Deutschland entflohen und zum jährlichen Urlaub ins spanische Malaga aufgebrochen, um dort Sonne zu tanken.

Agil, topfit und rastlos ist Lotte häufig unterwegs und verbringt ihre Freizeit unter anderem mit wandern und kegeln, wenn sie nicht gerade von ihren Enkeln in Beschlag genommen wird. Ob beim Grillfest, im alljährlichen Pfingstlager oder beim traditionellen Wasserballturnier, Lotte ist stets präsent, nie um eine helfende Hand verlegen, schmeißt die Kuchentheke oder organisiert für den Turnierabend ein ganzes Buffet, das stets größtes Lob erntet und mittlerweile unter den Wasserballmannschaften weit über Stolbergs Grenzen hinaus bekannt ist.
Zusätzlich ist sie auch in unserer Seniorenabteilung als Übungsleiterin im Bereich Wassergymnastik seit Jahren aktiv und organisiert fast nebenbei Feste, Wanderungen, nimmt Sportabzeichen ab und ist kurzum das, was man die "Gute Seele des Vereins“ nennt.

Aufgrund all ihrer langjährigen Verdienste rund um den SSV wurde sie vom Bezirk Aachen mit der goldenen Nadel ausgezeichnet und ist vom Trägerin der Ehrennadel in Gold des Westdeutschen Schwimmverbandes. Darüber hinaus wurde ihr am 24. Juli 2001 vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

All dies zeigt, dass Lotte mittlerweile für den Verein unverzichtbar geworden ist. Von Herzen wünschen wir ihr alles Gute und viel Gesundheit für ihr neues Lebensjahr und möchten uns gleichzeitig für die unzähligen Stunden bedanken, die sie im Laufe der Jahre von ihrer Freizeit für den Verein geopfert hat. Wir hoffen, dass ihr die Lebensfreude, die sie ausstrahlt, noch lange Jahre erhalten bleibt, sprechen ihr größten Respekt für ihr jahrzehntelanges Engagement aus, auf das sie mit Stolz zurückblicken kann und würden uns freuen, wenn sie uns auch in den nächsten Jahren noch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite steht!

(Stephanie Preetz)



Lotte Amelong mit Enkelin Lisa