Vom 22.-24.Mai 2010 verbrachten fast 60 Mitglieder des Stolberger Schwimmvereins ihr Pfingstwochenende am Bütgenbacher See in Belgien. Dort schlägt der Verein nunmehr seit 1982 auf der Wiese von Bauer Bernard Jousten sein Zeltlager auf, das somit eine lange Tradition hat und immer über Pfingsten stattfindet. In diesem Jahr, in dem der SSV sein 100-jähriges Jubiläum feiert, erwies sich der Landwirt als besonders großzügig und überlies dem Verein als Dank für deine langjährige Treue die Zeltwiese zum Nulltarif.

Pünktlich am Freitag um 16.30 Uhr waren alle Pfingstlagerutensilien im großen LKW verladen und wurden wie auch schon in den letzten Jahren von Frank Grümmer umsichtig an ihren Bestimmungsort befördert. Nachdem das 14-köpfige, größtenteils erfahrene, Aufbauteam um Nachwuchszeltbaumeister Mark Braun in neuer Rekordzeit von zwei Stunden den gesamten Aufbau aller großen Mannschaftszelte und des Küchenzeltes erledigt hatte, klang der Abend bei Grillfleisch am wärmenden Lagerfeuer aus. Ein besonderer Dank an Feuermeister Timo, nie zuvor hatten wir ein so schönes Freitagsfeuer!

So reisten am Samstag Morgen alle weiteren Familien mit Kindern und die jugendlichen Schwimmerinnen und Schwimmer an und fanden wie gewohnt ein fertig aufgebautes Lager vor. Auch die Gruppe unermüdlicher Wasserballer, die es sich seit vielen Jahren nicht nehmen lässt, das Lager nach einem schweißtreibenden Zweitagesmarsch am Samstag Abend zu Fuß zu erreichen, traf pünktlich zum Abendessen ein. Dank mobiler Satellitenschüssel konnte in diesem Jahr auch das mit Spannung erwartete Champions-League-Finale live mitverfolgt werden.

Das Pfingstlager erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit bei Vereinsmitgliedern jeder Alterstufe, wobei die jüngsten Teilnehmer knapp drei Jahre alt sind, die ältesten sogar über 70!

Auch der Wettergott war dieses Jahr erneut auf unserer Seite: Bis zur Abreise am Montag blieb es durchgehend sonnig, keine Wolke zeigt sich am Himmel und die Temperaturen waren sehr warm, was zum ausgiebigen Sonnenbaden einlud. So mancher nahm die erste Sommerbräune mit nach Hause und der ein oder andere holte sich auch seinen ersten Sonnenbrand in diesem Jahr. Selbstverständlich gehört für alle Schwimmer und Wasserballer auch ein Sprung in den dieses Jahr zugegebenermaßen noch recht kühlen See und ein individuell zu absolvierendes Trainingsprogramm im Wasser zur Pfingstlager-Tagesordnung. Mit gemeinsamen Abenden am Lagerfeuer, Stockbrot backen, vielseitigen spielerischen und sportlichen Aktivitäten im Team, die von Christian Amelong und Stephie Preetz vorbereitet wurden und einer Nachtwanderung über Stock und Stein, bot das diesjährige Pfingstlager allen eine willkommene Abwechslung, die die Stunden nur so verfliegen ließ.
Auch das Essen wurde in diesem Jahr wieder in besonders hohen Tönen gelobt, was vielen fleißigen Helfern und nicht zuletzt dem unermüdlichen Einsatz von Küchenchef Pushpop an Gyrospfanne und Frittenkessel zuzuschreiben ist.

Ist es da verwunderlich, dass sich schon jetzt Alt und Jung bereits auf das nächste Pfingstlager freuen?!



Einfach mal die Seele baumeln lassen...

Pit´s Gedanken zum Pfingstlager:

Es war wieder Pfingsten - und es war wieder Pfingstlager. Das geht nun schon seit fast 30 Jahren so. Und es war wieder einmal wunderschön! Aber warum ist es im Pfingstlager eigentlich so schön? Warum finden sich Jahr für Jahr immer wieder so viele Kinder, Jugendliche und auch ein paar Eltern, die es an Pfingsten für 3 Tage an den Stausee ins belgische Bütgenbach zieht? Wer diese Fragen stellt, war wohl bisher noch nicht dabei! Da sind die "Kleinen" zwischen 7 und 12, die es genießen, sich ohne Mamas und Papas Anweisungen völlig selbständig drei Tage lang über Wasser zu halten. Die in 15 Grad kaltem Wasser mit den "Großen" Schwimmen gehen, die Staudämme bauen, Holz fürs Lagerfeuer holen, spülen und vor allem spielen. Dann sind da die Jugendlichen und älteren, die Fußball spielen, schwimmen, meiern oder einfach nur in der Sonne liegen und abchillen. Und das alles ohne große Vorschriften. Ganz ohne Vorschriften? Nein! Es gibt natürlich auch ein paar Regeln. Und es gibt auch jemanden, der diese Regeln aufstellt und das Einhalten dieser Regeln sicherstellt: Der Sheriff. Das ist jedoch kein Sheriff mit Lasso und Colt, sondern ein Sheriff mit Fingerspitzengefühl und einer wahnsinnigen Geduld. Ein Sheriff, der den Eindruck erweckt, ein normaler Pfingstlagerbewohner zu sein, dabei jedoch seine Arbeit aus dem Hintergrund so unauffällig erledigt, dass es kaum jemandem auffällt. Der nur dann eingreift, wenn es wirklich nötig ist. Dieser Sheriff ist unsere Jugendwartin Stephie. Ihr Name hallt für 3 Tage durch die Wälder und über die Wiesen des Bütgenbacher Stausees. (Meist in Wortkombinationen wie "Stephie, wo ist..." oder "Stephie, wer hat..." oder "Stephie, kannst Du mal..."). Sie und ihre Deputies sorgen dafür, dass das Pfingstlager funktioniert. Da ist z.B. Deputy Frank, der den LKW mit sämtlichem Equipment Freitags Nachmittags nach Belgien fährt und den Aufbau des Küchenzeltes, der beiden Mädchenzelte, des Jungenzeltes und des Zeltes für die Großen begleitet.

Dann ist da Deputy PushPop, der als Küchenchef für das leibliche Wohl sorgt und für 50 Personen so lecker kocht, als wäre dies tägliche Routine. Und dann ist da noch Deputy Chris, der gemeinsam mit Stephie den alljährlichen Pfingstwettkampf entwickelt, vorbereitet und organisiert. In Gruppen - gemischt aus jung und alt - werden dann über die 3 Tage Aufgabenstellungen gelöst, die bis zur Preisverleihung am letzten Tag immer wieder zeigen, dass der Ehrgeiz der Sportler sich nicht nur auf Wasserball und Schwimmen beschränkt. Und dann sind da noch die Dinge, die einfach funktionieren, ohne dass es dafür spezielle Deputies gibt. Egal, ob es die große Feuerstelle ist, der Fußballplatz mit echten Toren oder der ausnahmsweise aufgebaute Fernseher mit Satelitenschüssel und Stromgenerator, auf dem am Samstag Abend das Endspiel der Championsleague verfolgt werden kann. Und wenn es dann Montag ist und alle sich durch ein Frühstück mit Speck und Ei gestärkt haben, wird gemeinsam abgebaut. Weil alle helfen, dauert das kaum länger, als das zusammenbauen eines Wurfzeltes. Wenn dann alles auf den LKW geladen ist, ertönt der Name des Sheriffs zum letzten Mal: "Stephie, essen wir auf der Rückfahrt noch ein Eis?" Klar machen wir das, denn mit einem Eis in der Hand kann man nochmals diskutieren, warum man einen Sonnenbrand bekommen kann, warum einige so müde aussehen, wie manch einer beim Meiern mehrmals hintereinander verlieren kann oder wie der morgentliche Kaffee schmeckt, wenn der Küchenchef ihn nicht persönlich macht. Und man kann noch einmal schwärmen, wie schön es wieder einmal war. Auch dank des wunderschönen Wetters, aber vor allem, weil wieder einmal alles so perfekt vorbereitet war und so reibungslos funktioniert hat.

Danke, Sheriff!